Lebensbaum - Bedeutung und Geschichte

Der Lebensbaum ist ein uraltes mythisches Symbol der kosmischen Ordnung.
Man findet den Baum des Lebens in vielen Kulturen und Religionen über die ganze Welt verteilt.
Als Lebensbaum steht das Symbol für Wachstum, Kraft, Gesundheit und ein langes Leben.
In vielen Varianten ist der Lebensbaum von mythischen Tieren umgeben oder bewohnt.
Vögel gelten als Überbringer von Nachrichten von oder zu den Göttern, welche im Himmel leben.

 

Der Lebensbaum im Hinduismus: Der ashwatha Baum (ficus religios)

In der bhagavad gita sagt Krishna übersetzt: I am the Ashwatha (the peepal tree) under the trees.
Der Sage nach starb Krishna unter einem Feigenbaum.
Lord Krishna verblieb dieser nach in einem Blatt des Feigenbaums bis nach der Zerstörung der Welt und bis eine neue Welt geboren wurde.
Sadhus und Hindus heiligen den Baum des Lebens und meditieren regelmäßig unter dem symbolisch wichtigen Baum.
Während einer pradakshina (meditatives wandern) um den Feigenbaum herum wird oft gerufen: salutation to the king of trees
Vor allem in Goa finden sich noch heute Feigenbäume in allen größeren Hindu Tempeln.
Angeblich steht noch heute in Indien (Bodhgaya) ein Nachkomme des ursprünglichen ashwatha Baums.  

 

Der Lebensbaum im Buddhismus: Der bodhi Baum

Im Buddhismus wird der Bodhibaum (Feigenbaum) dem Lebensbaum gleichgesetzt und gilt als Zeichen des Erwachens, des Zusammenhalts und der Wiedergeburt.
Der Überlieferung nach erreichte Siddharta Gautama die Erleuchtung (Sanskrit: Bodhi) unter einem Feigenbaum .
Dies verlieh dem Feigenbaum den Namen Bodhi-Baum.
Ableger des ursprünglichen Bodhi-Baums wurden gezogen und an wichtigen religiösen Stätten eingepflanzt. Nicht jeder Feigenbaum ist ein Bodhi Baum.
Ein Bodhi Baum ist nur, welcher seine Herkunft auf den ursprünglichen Bodhi Baum zurückverfolgen kann.
Gläubige Buddhisten pilgern zum heiligen Bodhi Baum, um darunter zu meditieren.
Samen des Feigenbaums werden zu Gebetsperlen verarbeitet. Diese direkte Nähe zum Bodhi-Baum soll auch die Erleuchtung näherbringen.

 

 

 

Die Blätter des Feigenbaums sind herzförmig. Dies interpretieren Gläubige als Zeichen für Gesundheit und Leben.
Außerdem ist der Feigenbaum so gut wie unsterblich:
Die Äste können bei Kontakt mit dem Boden zu Wurzeln werden, bzw. neue Wurzeln bilden.
Aus diesen wächst dann ein neuer Baum, welcher dennoch derselbe ist.
Diese Beobachtung führt seit Jahrhunderten bei indischen Gläubigen und Philosophen zu geistiger Inspiration.
Der älteste gefundene Feigenbaum wurde auf über 3.000 Jahre geschätzt.

Kein Wunder, dass ihnen der Feigenbaum als Baum des Lebens gilt.

 

Der Lebensbaum bei Kelten und Germanen: Yggdrasil

In keltischen Kulturen steht ein Lebensbaum für Fruchtbarkeit, Wachstum, Stärke und Unsterblichkeit.  
Der Weltenbaum steht im Zentrum des Universums und symbolisiert die Weltachse im Mittelpunkt der Erde.

Es gibt nicht den Einen Lebensbaum, dies hängt von Person zu Person vom Geburtsdatum ab.
Der Glaube der Kelten basierte auf der Idee eines Baumkreises aus verschiedenen Baumarten.
Jeder Baum steht für einen Wendepunkt im Jahr. Demnach steht die Eiche für den Frühlingsbeginn, die Birke für den Sommer. Der robuste Ölbaum markiert den Start des Herbstes und die Buche den Winter. Zusammen symbolisieren die Bäume den Jahreskreislauf in Form eines Baumkalenders. Neben diesen vier Hauptarten dienen bis zu 20 weitere Unterarten im Baumkreis als genauere Zeitangeben im Jahr.
Zur Geburt wird der Lebensbaum mittels Baumkalender bestimmt und gepflanzt. Dieser Baum steht lebenslang als spiritueller Begleiter und mentaler Anker.


Bei keltischen Bräuchen hat jeder Teil im Baum eine eigene Bedeutung: Die Wurzeln stehen für die tiefgehende Verbindung zur Erde und der Natur. Das Blätterdach symbolisiert den Geist und steht für Leben, Fortschritt und Wachstum. Die Äste des Lebensbaums zeigen die Verbindung und Abhängigkeit der einzelnen Bereiche zueinander. Die Blätter des Weltenbaums sind immergrün. Dies symbolisiert Fruchtbarkeit und ein langes Leben.
Mythen besagen, dass Yggdrasil, die Weltenesche, die Stütze des Himmels ist. Der mächtige Weltenbaum stützt mit seinem Geäst das Himmelsdach.
Yggdrasil verbindet durch die Wurzeln den Himmel mit den Welten Midgard, Utgard und Niflheim.
Zu manchen Ritualen wurden Opfergaben unter Bäumen vergraben, damit diese durch den Baum zu den Göttern gelangen.

Der Lebensbaum im Christentum

Nach dem Buch Genesis im Alten Testament schuf Gott neben dem Baum des Lebens auch den Baum der Erkenntnis. Beide befinden sich in der Mitte des Garten Edens. Den Menschen war untersagt, die Früchten des Baums der Erkenntnis zu verzehren.
Die Schlange bringt Adam und Eva dennoch dazu die verbotenen Früchte zu essen und sie wurden aus dem Garten Eden verbannt. Im Neuen Testament wird die Paradiesschlange mit dem Teufel gleichgestellt.
Laut dem Neuen Testament wurde durch die Kreuzigung und Auferstehung Jesu der Teufel und seine Dämonen besiegt und somit der Weg zum Paradies wieder frei.

 


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Dieser Artikel wurde mit Sorgfalt recherchiert und teilweise aus mündlichen Überlieferungen zusammen getragen.
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